Engagement bündeln, Zivilgesellschaft stärken, Willkommenskultur in Döbeln etablieren

Welches Problem in der Zivilgesellschaft soll gelöst werden

Stellen Sie sich Ihren Schreibtisch vor. Am besten den unaufgeräumtesten zu Hause oder auf Arbeit. Sie können dazu auch gern die Augen schließen, um das besser zu visualisieren. Wenn Sie jetzt Ihre Augen öffnen, stellen Sie sich vor, die Dokumente auf Ihrem Schreibtisch sind alle auf Arabisch.
Sie hatten einen sechsmonatigen Integrationskurs - sogar B1 bestanden - und jetzt füllen Sie die Formulare aus. Mit dieser Visualisierung möchten wir auf die Probleme aufmerksam machen, vor denen Geflüchtete stehen, wenn Sie in einer nicht nur fremden Sprache, sondern auch mit einem fremden und von der Schreibweise völlig neuen Schriftbild konfrontiert sind.

Das ist für viele Geflüchtete ein fast unlösbares Problem. Das Ergebnis der Migrationsberatung ist häufig die Beantragung einer Leistung oder die Anforderung von Behörden zur Auskunft, was immer mit Formlaren zu tun hat. Fristgerecht mit den dafür notwendigen Formularen zu antworten bzw. Leistungen zu beantragen, ist eine besondere Herausforderung. Diese Situationen überfordert viele.
Aus einer Studie des Bundesministeriums für Soziales und Arbeit geht die Empfehlung für Behörden hervor, in Umgang mit Geflüchteten „leichte Sprache“ zu verwenden.
Die derzeitige Situation entspricht eher dem Gegenteil. Behördliche Dokumente und Formulare sind häufig in einer sehr komplizierten Sprache verfasst, was selbst deutschsprachige Bürger vor Probleme stellt. Unser Ansinnen ist es, Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Wir möchten nicht dauerhaft erklären, wie Geflüchtete Ihren Alltag gestalten, sondern Ihnen die Unterstützung anbieten, die sie dazu befähigt, dauerhaft mit Behörden und anderen staatlichen Strukturen zusammen zu arbeiten.